WENN DIE INNENRÄUME ENG MIT DER WELT DRAUSSEN VERWOBEN SIND

Das Einfamilienhaus von Andreas Hermann in Tägerwilen wurde Ende der Sechzigerjahre gebaut. Der Architekt hat es erworben, weil er die Qualitäten dieses Grundstücks schnell erkannte. Die wunderbare Lage in der Nähe des Bodensees erlaubt an schönen Tagen einen Weitblick, der von der Zugsspitze bis zur Insel Reichenau reicht. Acht Meter beträgt der Höhenunterschied vom Keller bis zum Wohnbereich im obersten Stockwerk. Dazwischen liegt das Erdgeschoss mit den Kinderzimmern und Nebenräumen. Das Besondere: Von jedem Geschoss gelangt man direkt ins Freie. Die Innenräume sind eng mit der Welt draussen verwoben.

GROSSZÜGIG UND KLASSISCH

Mit dem Umbau hat der Eigentümer lediglich das Obergeschoss und das Dach erneuert. Die Räume wurden höher, das Dach flach, die Fensterfronten umfassender. Hier wird gekocht und gegessen, gewohnt und gelebt. Küche, Essbereich und Wohnzimmer sind ein einziger, gut 100 Quadratmeter grosser Raum, der dank grosszügigen Fensterfronten von viel Tageslicht erfüllt ist.

In der Mitte des Raumes steht ein massives Element, das mit Valser Quarzit verkleidet ist. Es trennt auf sanfte Art die verschiedenen Bereiche, ohne dass dadurch das grosse Raumgefühl verloren ginge. Andererseits überzeugt dieser robuste Raum-Kern auch in seinem handfest funktionellen Aspekt: Hier sind Backofen und Steamer und auf der andern Seite ein Cheminée untergebracht.

Der Boden aus dunkler Eiche, die geräuchert und geölt wurde, gibt dem Obergeschoss seine besondere Klasse. Er inszeniert auch die Forster Küche vorzüglich. Andreas Hermann hat sich für das klassische Modell in Weiss entschieden. Eine andere Farbigkeit hätte ihn in diesem Raum gestört. Die Oberflächen der Kochinsel und des wandseitigen Küchenteils bestehen aus dem dunklen Nero Assoluto. Der Stein ist geflammt und geölt, was ihm eine dezent matte Oberfläche gibt. Die Forster Küche sei ein Klassiker, sagt der Architekt. «Klare Form, klare Linien, klare Materialien. Man weiss, was man hat, und es währt lange.»